pars pro toto

JSN

 

Corporate Designs (CI) für die "Stop The War Brigade" 

Die Wahl des Panzers als zentrales visuelles Element war eine kraftvolle Gegendarstellung zur damaligen Medienstrategie. Während die offizielle Berichterstattung (insbesondere während des Golfkriegs 1990/91) das Bild eines „sauberen“ Krieges durch technologisch überlegene Luftschläge (Precision Strikes) vermarktete, holte mein Entwurf die Realität der Bodenoffensive und der dahinterstehenden Rüstungsgeschäfte (Panzerdeals) zurück in den Fokus.
Diese direkte Visualisierung entlarvte die „Fake News“ einer rein aus der Luft geführten Kampagne und zeigte die physische Gewalt und die ökonomischen Interessen am Boden. Es greift genau den Kern der politischen Arbeit auf, für den Darnell Summers steht: die Demaskierung offizieller Narrative.

 

...immer wenn ich ein politisches Plakat machte,

hatte ich die Handwerker im Haus

Künstlerische Kontinuität besteht nun darin, dass mein Gemälde „Detroit“ (1990) zeitgleich zur Entstehung dieser Kampagne und kurz vor der Bewilligung der Förderung für "Street of Dreams" (Juli 1991) entstand. Beide Arbeiten – das Plakat-Design und das Gemälde Detroit – wirken wie zwei Seiten derselben Medaille: Die eine klagt die globale Kriegsmaschinerie an, die andere die lokale, bühnenhaft inszenierte Gewalt in Summers' Heimatstadt.

Künstler gegen den Golfkrieg 1


Just say No

Baker und Kohl (14. September 1991)

Das Treffen zwischen US-Außenminister James Baker und Bundeskanzler Helmut Kohl am 14. September 1991 in Bonn (nur wenige Monate nach dem offiziellen Ende des Golfkriegs und der Bewilligung von Summers' Filmförderung im Juli) steht im politischen Kontext: 

In Aktivistenkreisen rund um die Stop The War Brigade und Darnell Summers wird dieses und ähnliche Treffen oft als Moment gewertet, in dem die transatlantische Zusammenarbeit zur Unterdrückung von Dissidenten und Deserteuren zementiert wurde.

„Politisches Punishment“ gegen Aktivisten und pfälzer Saumagen

Während die Öffentlichkeit über Luftschläge und „saubere“ Kriege informiert wurde, dienten solche informellen Treffen der Abstimmung über den Umgang mit „Störfaktoren“ wie Summers, dessen filmische und aktivistische Arbeit die Bodenrealität und die psychologischen Folgen für GIs offenlegte..

Der Panzer fungiert in Ihrer Gestaltung nicht als bloße Abbildung von Kriegsgerät, sondern als Synekdoche – ein Teil, der für das Ganze steht (pars pro toto).

Zu diesem Zeitpunkt war die deutsche Einheit formell vollzogen, doch die geopolitischen Abhängigkeiten blieben massiv. Baker war eine Schlüsselfigur in der Koordination der US-Interessen in Europa und dem Nahen Osten.

Während James Baker und Helmut Kohl über die „große Politik“ und die transatlantische Ordnung berieten, trug die Stop the War Brigade den Protest direkt in die Pfälzer Provinz. dies erklärt m.E. auch warum das «Punishment» gegen Summers so beharrlich fortgeführt wurde. Oggersheim war das Herzstück von Kohls bürgerlicher Fassade. Ein Protest dort war für das System Kohl keine bloße politische Unmutsäußerung, sondern eine persönliche Verletzung seines Rückzugsortes..Wer den Kanzler in seinem privaten Refugium mit der materiellen Realität des Krieges konfrontierte, galt als Staatsfeind, der über die juristische Ebene hinaus diszipliniert werden musste.

 


Überlassungsrechte im Schreiben von VeraB.

das Geigenkoffer Paradoxon:

Das System hat Angst vor der Musik (der Wahrheit), nicht vor dem Schuss.